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Mein Ebook-Reader und ich

By Flo | Oktober 4, 2009

Vor gut einem Monat habe ich mir einen Ebook-Reader gegönnt, und möchte euch meine Erfahrungen damit nicht vorenthalten. Meine Wahl fiel auf den Sony PRS-505S. Dieser Reader ist zwar schon eine Weile am Markt, ist aber hochwertig verarbeitet und hat keinen Touchscreen. Im Augenblick reduziert nämlich bei den Konkurrenzprodukten die Folie für die Touchscreen-Funktionalität den Kontrast etwas. Weil ich persönlich vorläufig auf das Feature. in meinen Ebooks herumzukritzeln zu können, verzichten kann, habe ich mich daher gegen einen Touchscreen entschieden.

Wichtig war mir vielmehr, dass der Reader das Epub-Format unterstützt. Epub ist ein relativ neuer, offener Standard, und es gibt Ebooks von den verschiedensten Produzenten für dieses Format. Das bedeutet, dass ich auf keinen Händler festgelegt bin, wie etwa bei Amazons Kindle. Im Vergleich zum Kindle kann der Sony übrigens keine Bücher direkt per UMTS herunterladen, sondern man muss den altmodischen Weg über ein USB-Kabel und einen PC gehen. Auch dies kann ein Vorteil sein: dadurch ist es nicht möglich, Inhalte per Funk zu verändern oder zu löschen, wie jüngst beim Kindle geschehen (wobei Amazon mittlerweile versprochen hat, derartige Eingriffe künftig zu unterlassen).

So, aber was sind denn nun meine Erfahrungen damit? Zuerst mal ist das Display wirklich klasse. Durch die verwendete E-Ink Technologie hat man einen unglaublichen Kontrast und kann auch im gleisendsten Sonnenlicht noch problemlos lesen. Das Display kommt dabei ohne Hintergrundbeleuchtung aus, und ist absolut flimmerfrei. Es liest sich weitgehend ermüdungsfrei wie ein richtiges Buch. Mit dem Unterschied, dass man die Schriftgröße in drei Stufen wählen kann.

Natürlich sind die Inhalte, die man käuflich erwerben kann, zumeist kopiergeschützt. Der Kopierschutz stammt von Adobe. Leider benötigt man ein Windows, um die kopiergeschützten Inhalte für den Reader freizuschalten. Die Kopierschutzsoftware war bei der Erstregistrierung des Readers etwas zickig, und konnte erst durch temporäre Deaktivierung der Firewall zur Zusammenarbeit überredet werden. Danach ging dann aber alles glatt.

Problemloser als kommerzielle Bücher sind natürlich freie Texte. Darunter fallen nach dem deutschen Urheberrecht alle Klasiker, deren Autoren länger als 70 Jahre tot sind. Eine Auswahl schon vorbereiteter Ebooks findet Ihr auf Feedbooks. Die umfangreichste Sammlung an freien Büchern führt aber immer noch das Projekt Gutenberg. Allerdings stellt das Projekt Gutenberg keine Bücher mehr zum Download zur Verfügung, sondern man muss eine DVD oder Speicherkarte mit den Texten kaufen, wenn man nicht im Browser lesen möchte (bzw an einem Skript basteln, siehe unten).

Ein weiteres Format, das der Sony unterstützt, ist PDF. Somit können auch Texte im PDF-Format, die man vielerorts herunterladen können, gelesen werden. Leider sind PDFs prinzipbedingt nur eingeschränkt umformatierbar. Der Reader versucht es trotzdem, denn für A4 ausgelegte Layouts machen auf dem kleinen Display nur bedingt Spass. Die Resultate sind gemischt – manche Dokumente funktionieren problemlos, andere lassen sich nicht vergrößern. Das bedeutet, damm man eigentlich Epub-Dateien möchte, wenn es geht.

Epub-Dateien lassen sich übrigens recht komfortabel mit dem Programm calibre aus Html-Dateien erzeugen. Aber wo bekommt man Bücher in sauber formatiertem Html her? Meistens sind im Netz veröffentliche Bücher ja entweder im PDF-Format, oder auf zig Html-Seiten verteilt, die zudem noch mit Navigationsleisten, Werbung und ähnlichem gespickt sind. Wenn Ihr technisch versiert seid, könnt Ihr euch ein kleines Python-Skript basteln, das automatisiert die gewünschten Inhalte herunterlädt, und alles überflüssige weglässt. Beim Herausfrickeln der Inhalte aus Webseiten hat sich für mich die Bibilothek BeautifulSoup bewährt. Ein kleines Beispiel, wie so ein Skript ungefähr aussehen könnte habe ich euch hier vorbereitet. Achtung: dieses Skript lädt so direkt nichts sinnvolles herunter. Es ist als Ausgangspunkt für eigene Experimente gedacht. Ihr müßt es schon für euren konkreten Einsatzzweck modifizieren – dazu braucht Ihr ein wenig Grundwissen über Python, Html und Regular Expressions, um es an die Struktur der jeweiligen Webseite anzupassen.

Topics: Technik

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