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Soziale Geldanlage

By Flo | April 30, 2011

Die ZEIT von letzter Woche hatte einen interessanten Artikel über kiva.org.
Kiva.org vermittelt Mikrokredite. Mikrokredite sind Kleinkredite an Leute in Entwicklungsländern, die sich damit eine Existenz aufbauen können.

Die Idee dahinter ist, dass die Abhängigkeit der armen Länder von den reichen reduziert werden soll. Wenn zum Beispiel jemand in Afrika Handys reparieren möchte, benötigt er erst mal das nötige Werkzeug, das er sich ohne Kredit nicht leisten kann. Sobald er das Werkzeug hat, könnte er seinem (für dortige Verhältnise lukrativen) Geschäft nachgehen, und gleichzeitig von den Einnahmen den Kredit zurückzahlen. Er hätte also plötzlich ein besseres Einkommen, und zudem bekämen die Leute in seiner Umgebung ihre Handys repariert, und müssen sich nicht fragen, wie sie sich neue leisten können, die aus dem Ausland importiert werden müssten. Das Problem ist natürlich, dass klassische Banken sich für solche Kleinstkredite nicht interessieren. Hier kommen Mikrokredit-Organisationen wie kiva ins Spiel, die sich genau um solche Fälle kümmern.

Wenn Ihr euch übrigens fragt, warum Leute in armen Ländern Handy brauchen, gibt es eine einfache Erklärung. Es gibt dort meist kein Festnetz, da es aufwendig und teuer ist, all die Kabel zu vergraben. Gleichzeitig vereinfacht es ein Kommunikationsmittel ungemein sich zu organisieren, hilft also anderen lokalen Kleinunternehmen. Wenn euch das Beispiel nicht überzeugt, gibt es natürlich auch Mikrokredite für Schafzuchten, Schneidereien, usw…

Das Schöne an Kiva ist nun, dass über deren Webseite Kreditgeber (Du und ich mit etwas Geld übrig) und Kreditnehmer zusammenkommen können. Man kann sich ein Projekt aussuchen, das man unterstützen möchte, und sich die Leute erst mal anschauen, die das Geld möchten. Zudem kann man sich schon mit Beträgen ab 25$ beteiligen, wodurch das Risiko nicht allzu hoch ist. Wobei ich selbst meinen Einsatz nicht als Geldanlage sehe (Zinsen gibt es ohnehin keine), sondern als Möglichkeit effizient arme Leute zu unterstützen. Ich kann schliesslich das selbe Geld in ein ähnliches Projekt re-„investieren“, sobald es zurückgezahlt ist. Bei der Auswahl potentieller Kreditnehmer arbeitet Kiva übrigens mit lokalen Organisationen zusammen, die die örtlichen Gegebenheiten kennen. Natürlich besteht immer die Gefahr des Missbrauchs, aber nach dem was ich gelesen habe, scheint sich der in akzeptablen Grenzen zu halten. Laut Statistik von Kiva werden nur 1.3% der Kredite nicht zurückgezahlt.

Ich finde dass das eine spannende Alternative zu anonymen Spenden ist. Falls Ihr im Übrigen eine „normale“ Bank sucht, die Wert darauf legt, euer Geld ethisch sinnvoll anzulegen, schaut euch mal Triodos oder die GLS an.

Topics: Gesellschaft, Wirtschaft | keine Kommentare »

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