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Wer war eigentlich Galois?

GaloisHier wird nun endlich derjenige vorgestellt, dessen Name für diese Webseite missbraucht wird.

Evariste Galois (sprich Ewarist Galloah) wurde im Alter von 0 Jahren am 25.10.1811 in Bourg-la-Reine bei Paris geboren. Zu diesem Zeitpunkt wusste trivialerweise allerdings noch niemand, dass er eines der grössten mathematischen Genies der Weltgeschichte werden sollte. Das begann sich erst abzuzeichnen, als der 16jährige Galois seinen ersten Mathematikunterricht erhielt (nein, ich begreife den damaligen Lehrplan der Franzosen auch nicht).

Mit siebzehn veröffentlichte er seinen ersten mathematischen Aufsatz. Die Aufnahmeprüfung an der Ecole Polytechnique schaffte er allerdings nicht, da der Prüfer zu dumm war, um seine genialen Gedankensprünge zu verstehen, und Galois ihm deshalb kurzerhand einen Schwamm an den Kopf warf.

An der Ecole Normale Superieure hatte er zunächst mehr Glück. Jedoch herrschten damals in Frankreich recht wirre Zeiten: Abwechselnd wurde mal wieder ein König geköpft oder umgekehrt Revolutionäre wie zum Beispiel Napoleon auf diverse Inseln verbannt. Galois war nun überzeugter Republikaner (nicht zu verwechseln mit den Reps hierzulande) und trat lautstark für die Ablösung des Königs ein. Leider war der Chef an seiner Uni Monarchist…

Dass er in hohem Bogen von der Uni flog, betärkte Galois nur darin, sich noch mehr für die Republik einzusetzen. Es hat sich allerdings noch nie als besonders positiv für das Verhältnis zum Staat herausgestellt, ständig auf illegalen Demos den Sturz des Königs zu fordern. Jedenfalls wurde Galois am 14. Juli 1831 bei einer Demo verhaftet und zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Dort wurde er ein wenig paranoid, weil kurz darauf ein Unbekannter (ein Irrer – oder doch der Geheimdienst?) in seine Zelle schoß und den Mann direkt neben ihm verletzte.

Als er im März 1831 freigelassen wurde, verknallte er sich schrecklich in eine Frau namens Stephanie. Diese war dummerweise schon vergeben, doch die beiden konnten trotzdem nicht die Finger voneinander lassen. Und so kam es wie es kommen musste: der leicht verärgerte Verlobte von Stephanie forderte Galois zum Duell (ganz klassisch im Morgengrauen). Galois, der kein guter Schütze war, geriet etwas in Panik, und schmierte deshalb auf ein paar Blatt Papier noch in der Nacht vor dem Duell seine mathematischen Gedanken zum Thema Auflösbarkeit von Gruppen.

Das Gekritzel heißt heute Galoistheorie und klärt unter anderem die Frage, warum sich Gleichungen von höherem als fünftem Grad nicht immer durch die klassischen Operationen wie Addition, Multiplikation oder Wurzelziehen lösen lassen. An diesem Problem haben sich schon viele andere berühmte Mathematiker vergeblich die Zähne ausgebissen.

Das Duell lief dann wie befürchtet: Galois wurde am 30.3.1832 schwer verwundet. Am nächsten Tag starb er im Alter von 20 Jahren.

Und was lernen wir daraus? Natürlich: Eine Frau war schuld. Wie üblich. Zum Glück gibt es kaum Mathestudentinnen, daher ist die Gefahr aus diesem Grund erschossen zu werden recht gering. Hmmm. Irgendwie bin ich mit der Folgerung nicht ganz glücklich. Was solls – das Leben ist halt immer etwas komplizierter als die Mathematik. Macht euch einfach selbst einen Reim darauf.